Die Entwicklung des Christentums

1. Nach meinem Scheiden in der Zweiten Zeit setzten meine Apostel mein Werk fort, und die auf meine Apostel folgten, führten deren Arbeit fort. Es waren die neuen Arbeiter, die Bebauer jenes Ackerlandes, das vom Herrn vorbereitet war, fruchtbar gemacht durch sein Blut, seine Tränen und sein Wort, aufbereitet durch die Arbeit der zwölf Ersten und auch durch jene, die auf sie folgten. Doch im Lauf der Zeit und von Generation zu Generation mystifizierten oder verfälschten die Menschen mein Werk und meine Lehre immer mehr.

2. Wer sagte dem Menschen, daß er von mir ein Abbild machen dürfe? Wer sagte ihm, daß er Mich am Kreuze hängend darstellen solle? Wer sagte ihm, daß er das Abbild Marias, die Gestalt der Engel oder das Antlitz des Vaters herstellen dürfe? Ach ihr kleingläubigen Menschen, die ihr das Geistige materiell sichtbar machen mußtet, um meine Gegenwart zu spüren!

3. Das Ebenbild des Vaters war Jesus, das Ebenbild des Meisters, seine Jünger. Ich sagte in der Zweiten Zeit: „Wer den Sohn kennt, kennt den Vater“. Damit sollte gesagt sein, daß Christus, welcher in Jesus sprach, der Vater Selbst ist. Der Vater allein konnte sein eigenes Ebenbild schaffen.

4. Nach meinem Tod als Mensch offenbarte ich mich meinen Aposteln als Lebender, damit sie erkennen sollten, daß ich das Leben und die Ewigkeit bin und daß ich – ob in der Materie oder außerhalb derselben – unter euch gegenwärtig bin. Nicht alle Menschen verstanden dies, und darum gerieten sie in Abgötterei und in Fanatismus. (113, 13 – 17)

5. Ich habe der Frau aus Samaria gesagt: Wer von diesem Wasser trinkt, das ich gebe, wird nie mehr Durst haben. Und heute sage ich euch: Wenn die Menschheit von jenem lebendigen Wasser getrunken hätte, gäbe es kein so großes Elend in ihr.

6. Die Menschen hielten sich nicht unbeirrbar an meine Unterweisung und zogen es vor, meinen Namen zu gebrauchen, um ihrer Auslegung und Bequemlichkeit entsprechend Religionen zu gründen. Ich verwarf Traditionen und unterwies sie in der Lehre der Liebe, und heute kommt ihr zu mir, um mir gehaltlose Riten und Zeremonien darzubringen, die eurem Geist nicht den geringsten Nutzen bringen. Wenn in euren Werken keine Spiritualität vorhanden ist, kann keine Wahrheit in ihnen sein, und was nicht Wahrheit in sich trägt, gelangt nicht zu eurem Vater.

7. Als jene samaritanische Frau fühlte, daß das Licht meiner Augen bis auf den Grund ihres Herzens drang, sagte sie zu mir: „Herr, ihr Juden sagt, daß Jerusalem der Ort sei, an dem man unseren Gott anbeten muß“. Da sagte ich ihr: „Frau, wahrlich, ich sage dir, der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet, wie ihr es derzeit tut. Die Zeit rückt näher, in der man den Vater im Geist und in der Wahrheit verehrt; denn Gott ist Geist“.

8. Dies ist meine Lehre aller Zeiten. Seht, die Wahrheit lag vor euren Augen, und ihr wolltet sie nicht sehen. Wie wollt ihr sie leben, wenn ihr sie nicht kennt? (151, 2 – 5)

 

Kulthandlungen

9. Wenn ihr liebt, werdet ihr keine sinnfälligen Kulthandlungen oder Riten nötig haben, weil ihr das Licht haben werdet, das euren inneren Tempel erhellt. An diesem Licht werden sich die Wogen aller Stürme brechen, die euch peitschen könnten, und die finsteren Nebel der Menschheit auflösen.

10. Entweiht nicht länger das Göttliche, denn wahrlich, ich sage euch, groß ist die Undankbarkeit, mit der ihr euch vor Gott zeigt, wenn ihr diese äußerlichen Kulthandlungen vollzieht, die ihr von euren Vorfahren übernommen habt und in denen ihr fanatisch geworden seid. (21, 13 – 14)

11. Betrachtet die fehlgeleitete Menschheit. Fehlgeleitet, weil die großen Kirchen, die sich christlich nennen, dem Rituellen und Äußerlichen mehr Bedeutung beimessen als meiner Lehre selbst. Jenes Wort des Lebens, das ich mit Werken der Liebe und mit dem Blut am Kreuz besiegelte, lebt nicht mehr im Herzen der Menschen. Es ist eingesperrt und stumm in den alten und verstaubten Büchern. Und so gibt es eine christliche Menschheit, die weder begreift noch weiß, wie man Christus nachfolgt.

12. Darum habe ich nur wenige Jünger in dieser Zeit – solche, die ihre leidenden Brüder lieben, die den Schmerz lindern- solche, die in der Tugend leben und sie durch ihr Vorbild predigen: das sind die Jünger Christi.

13. Wer meine Lehre kennt und verheimlicht oder sie nur mit den Lippen bekannt macht und nicht mit dem Herzen, der ist nicht mein Jünger.

14. Ich bin in dieser Zeit nicht gekommen, um Tempel aus Stein aufzusuchen und mich in ihnen kundzutun. Ich suche Geister, Herzen, nicht materielles Gepränge. (72, 47 – 50)

15. Solange die Religionsgemeinschaften weiter in tiefem Schlaf versunken bleiben und ihre gewohnten Bahnen nicht verlassen, wird es kein geistiges Erwachen geben, noch Erkenntnis der geistigen Ideale; und daher wird kein Friede unter den Menschen sein können, noch Raum für tätige Nächstenliebe. Das Licht, das die schweren menschlichen Konflikte löst, wird nicht erstrahlen können.(100, 38)

 

Die Geistlichkeit

16. Da ihr nicht wißt, was der wahre Friede ist, begnügt ihr euch damit, euch nach ihm zu sehnen und versucht mit allen möglichen Mitteln und auf alle nur erdenkliche Art ein wenig Ruhe, Annehmlichkeiten und Befriedigungen zu erlangen, aber niemals das, was wirklich Friede des Geistes ist. Ich sage euch, daß ihn nur der Gehorsam des Kindes gegenüber dem Willen des Herrn erringt.

17. Auf der Welt fehlen gute Erklärer meines Wortes, gute Ausleger meiner Unterweisungen. Daher lebt die Menschheit, auch soweit sie sich christlich nennt, geistig rückständig, weil niemand da ist, der sie mit meiner wahren Lehre erschüttert weil es niemanden gibt, der die Herzen mit der Liebe pflegt, mit der ich die Menschen lehrte.

18. Tag für Tag – in Gemeindesälen, Kirchen und Kathedralen – spricht man meinen Namen aus und wiederholt man meine Worte, doch niemand ist innerlich bewegt, niemand erbebt durch ihr Licht. Und zwar deshalb, weil die Menschen den Sinn derselben falsch verstanden haben. Die meisten glauben, daß die Wirkungskraft des Wortes Christi darauf beruht, es wieder und wieder mechanisch zu wiederholen, ohne zu begreifen, daß es nicht nötig ist, es aufzusagen, sondern es zu studieren, darüber nachzudenken, es auszuüben und zu leben.

19. Wenn die Menschen den Sinngehalt im Wort Christi suchen würden, so wäre es für sie immer wieder neu, frisch, lebendig und lebensnah. Aber sie kennen es nur oberflächlich, und so können sie sich nicht von ihm nähren, noch werden sie es auf diese Weise jemals können.

20. Arme Menschheit – im Dunkeln umherirrend, obwohl das Licht ihr so nahe ist, ängstlich klagend, obwohl der Friede in Reichweite ist! Doch die Menschen können jenes göttliche Licht nicht erblicken, weil es welche gegeben hat, die ihnen mitleidslos die Augen verbunden haben. Ich, der ich euch wahrhaft liebe, komme euch zu Hilfe, indem ich euch aus der Finsternis befreie und euch beweise, daß all das, was ich euch seinerzeit sagte, für alle Zeiten bestimmt war, und daß ihr jenes göttliche Wort nicht als eine alte Lehre einer vergangenen Epoche betrachten dürft. Denn die Liebe, die die Essenz meiner ganzen Unterweisung war, ist ewig, und in ihr liegt das Geheimnis eurer Rettung in dieser Zeit der Verirrungen, unermesslichen Leids und zügelloser Leidenschaften. (307, 4 – 8)

21. Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

22. Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quälen, alle Plagen, Hungersnöte und Seuchen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeichnen. Das sind die falschen Propheten.

23. Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

24. Dies ist die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophezeiungen niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit. (290, 16 – 19)

25. Ihr lebt bereits in der Dritten Zeit, und noch immer ist die Menschheit spirituell zurückgeblieben. Ihre Seelsorger, ihre Theologen und geistlichen Hirten offenbaren ihr recht wenig und manchmal gar nichts über das ewige Leben. Auch ihnen offenbare ich die Geheimnisse des Buches meiner Weisheit, und so frage ich euch: Warum schweigen sie? Warum fürchten sie sich davor, die schläfrigen Geister der Menschen aufzuwecken? (245, 5)

26. Meine Lehre unterweist euch in einer vollkommenen, geistigen und reinen Verehrung des Vaters. Denn der Geist des Menschen ist – ohne es zu merken – bei den Schwellen des Tempels des Herrn angelangt, wo er eintreten wird, um meine Gegenwart zu fühlen, um durch ihren Geist meine Stimme zu hören und mich in dem Licht zu schauen, das auf ihren Verstand herabfällt.

27. Die Leere, welche die Menschen in dieser Zeit innerhalb ihrer verschiedenen Religionsgemeinschaften fühlen, ist darauf zurückzuführen, daß der Geist Hunger und Durst nach Vergeistigung hat. Die Riten und Traditionen genügen ihm nicht mehr, er sehnt sich danach, meine Wahrheit kennen zu lernen. (138, 43 – 44)

 

Abendmahl und Messe

28. Niemals bin ich zu den Menschen in Geheimnisse gehüllt gekommen. Wenn ich zu euch in bildlichem Sinne gesprochen habe, um euch das Göttliche zu offenbaren oder das Ewige in irgendeiner materiellen Form darzustellen, so geschah es, damit ihr mich versteht. Aber wenn die Menschen darin verharren, Formen, Gegenstände oder Symbole zu verehren, statt nach dem Sinngehalt jener Belehrungen zu suchen, so ist es natürlich, daß sie Jahrhunderte hindurch einen Stillstand erleiden und in allem Geheimnisse sehen.

29. Seit den Zeiten des Aufenthaltes Israels in Ägypten, in denen mein Blut durch das eines Lammes verkörpert wurde, hat es Menschen gegeben, die nur von Überlieferungen und Riten leben, ohne zu begreifen, daß jenes Opfer ein Abbild des Blutes war, das Christus vergießen sollte, um euch das geistige Leben zu geben. Andere, die sich von meinem Körper zu nähren glauben, essen materielle Brote, ohne begreifen zu wollen, daß – als ich meinen Jüngern das Brot bei dem Abendmahl gab – es geschah, um ihnen begreiflich zu machen, daß der, der den Sinngehalt meines Wortes wie Nahrung zu sich nimmt, sich von mir nährt.

30. Wie wenige sind derer, die in Wahrheit meine Göttlichen Lehren zu begreifen vermögen, und diese wenigen sind jene, die sie mit dem Geiste auslegen. Bedenkt jedoch, daß ich euch die göttliche Offenbarung nicht auf einmal übergeben habe, sondern daß ich sie euch nach und nach bei jeder meiner Unterweisungen erläutere. (36, 7 – 9)

31. Wonne ist in den Herzen dieser Zuhörerscharen, weil sie wissen, daß sich vor ihrem Geist das himmlische Festmahl befindet, zu dem der Meister sie erwartet, um ihnen das Brot und den Wein des wahren Lebens zu essen und zu trinken zu geben.

32. Der Tisch, um den sich damals Jesus mit seinen Aposteln versammelte, war ein Symbol des Himmelreiches. Dort war der Vater von seinen Kindern umgeben, dort waren die Speisen, die das Leben und die Liebe darstellten. Es erklang die göttliche Stimme, und ihr Wesen war die weltumfassende Harmonie, und der Friede, der dort herrschte, war der Friede, der im Reich Gottes besteht.

33. Ihr habt versucht, euch in diesen Morgenstunden zu reinigen, da ihr dachtet, daß der Meister euch in seinen Worten ein neues Testament bringen werde, und so ist es: Heute erlaube ich euch, daß ihr des Brotes und des Weines gedenkt, mit denen ich meinen Körper und mein Blut darstellte. Doch ebenso sage ich euch, daß ihr in dieser neuen Zeit jene Nahrung nur im göttlichen Sinn meines Wortes finden werdet. Wenn ihr meinen Körper und mein Blut sucht, müßt ihr sie im Göttlichen der Schöpfung suchen, denn ich bin nur Geist. Esst von jenem Brot und trinkt von jenem Wein, doch füllt auch meinen Becher, ich möchte mit euch trinken: Ich habe Durst nach eurer Liebe.

34. Tragt diese Botschaft zu euren Brüdern und lernt, daß das Blut, da es Leben ist, nur ein Symbol des ewigen Lebens ist, welches die wahre Liebe ist. Durch euch beginne ich die Menschheit mit meinen neuen Offenbarungen zu erleuchten.(48, 22 – 25)

35. Ich bringe euch den Frieden und eine neue Unterweisung. Wenn mein Opfer der Zweiten Zeit die Opferung unschuldiger Tiere aufhob, die ihr auf dem Altar Jehovas opfertet, so hat heute die Nahrung meines göttlichen Wortes bewirkt, daß ihr meinen Körper und mein Blut nicht mehr durch das Brot und den Wein dieser Welt versinnbildlicht.

36. Jeder Geist, der leben will, muß sich vom Göttlichen Geiste nähren. Wer mein Wort vernimmt und es in seinem Herzen empfindet, hat sich in Wahrheit genährt. Dieser hat nicht nur meinen Körper gegessen und mein Blut getrunken, sondern hat von meinem Geist genommen, um sich zu nähren.

37. Wer – nachdem er diese Himmlische Nahrung gekostet hat – wird mich nochmals in Gebilden und Formen suchen, die von Menschenhand gemacht sind?

38. Von Zeit zu Zeit komme ich und beseitige Traditionen, Riten und Gebräuche und lasse in eurem Geist nur das Gesetz und den geistigen Kern meiner Unterweisungen bestehen. (68, 27)

 

Die Taufe

39. Volk, zu seiner Zeit taufte Johannes, der auch der Täufer genannt wird, diejenigen mit Wasser, die an seine Weissagung glaubten. Diese Handlung war ein Sinnbild für die Reinigung von der Ur-Schuld. Er sagte den Menschenscharen, die zum Jordan kamen, um die Worte des Wegbereiters zu hören: „Siehe, ich taufe euch mit Wasser, doch schon ist jener auf dem Weg, der euch mit dem Feuer des Heiligen Geistes taufen wird“.

40. Aus diesem Göttlichen Feuer wurden alle Geister geboren. Sie gingen rein und lauter daraus hervor. Doch wenn sie sich auf ihrem Weg mit der Sünde befleckt haben, welche der Ungehorsam mit sich brachte, so ergießt sich aufs neue das Feuer meines Geistes auf sie, um ihre Sünde zu tilgen, ihre Flecken auszulöschen und ihnen ihre ursprüngliche Reinheit zurückzugeben.

41. Wenn ihr diese geistige Taufe, statt sie als Läuterung zu verstehen, die der Mensch durch einen Akt aufrichtiger Reue gegenüber seinem Schöpfer erlangt, in einen Ritus verwandelt und euch mit dem Symbolgehalt einer Handlung begnügt – wahrlich, ich sage euch, dann wird euer Geist nichts erlangen.

42. Wer so handelt, lebt noch in den Zeiten des Täufers, und es ist, als ob er nicht an dessen Prophezeiungen und Worte geglaubt hätte, die von der geistigen Taufe sprachen, vom göttlichen Feuer, durch das Gott seine Kinder reinigt und im Lichte unsterblich macht.

43. Johannes rief die Menschen als Erwachsene zu sich, um jenes Wasser als Sinnbild der Reinigung auf sie zu gießen. Sie kamen zu ihm, als sie sich bereits ihrer Handlungen bewusst waren und schon den festen Willen haben konnten, auf dem Weg des Guten, der Rechtschaffenheit und der Gerechtigkeit zu bleiben. Seht, wie die Menschheit es vorgezogen hat, den symbolischen Akt der Läuterung mittels Wasser zu vollziehen, statt wahrhaftiger Erneuerung durch Reue und den festen Vorsatz zur Besserung, welche aus der Liebe zu Gott geboren werden. Die rituelle Handlung bedeutet keine Anstrengung. Hingegen das Herz läutern und darum ringen, rein zu bleiben, bedeutet für den Menschen sehr wohl Anstrengung, Entsagung, und selbst Opfer. Darum haben die Menschen es vorgezogen, ihre Sünden äußerlich zuzudecken, indem sie sich mit der Einhaltung von Zeremonien, bestimmten Handlungen und Riten begnügten, die ihre moralische oder geistige Verfassung nicht im geringsten verbessern, wenn bei ihnen nicht das Gewissen mitspricht.

44. Jünger, das ist der Grund, weshalb ich nicht will, daß unter euch rituelle Handlungen stattfinden, damit ihr durch deren Vollzug nicht das vergesst, was tatsächlich auf den Geist einwirkt. (99,56 – 61)

45. Ich bin es, der den Geist im Einklang mit dem Gesetz der Entwicklung zur Inkarnation sendet. Und wahrlich, ich sage euch, die Einflüsse dieser Welt werden meine göttlichen Pläne nicht ändern. Denn über alles ehrgeizige Machtstreben hinweg wird mein Wille geschehen.

46. Jedes menschliche Wesen bringt einen Auftrag zur Erde mit, seine Bestimmung ist vom Vater vorgezeichnet, und sein Geist ist durch meine Vaterliebe gesalbt. Umsonst veranstalten die Menschen Zeremonien und segnen die Kleinen. Wahrlich, ich sage euch, in keinem materiellen Lebensalter wird das Wasser den Geist von seinen Verstößen gegen mein Gesetz reinigen. Und wenn ich einen von jeder Sünde reinen Geist sende – von welcher Befleckung reinigen mit der Taufe dann die Geistlichen der Konfessionen ?

47. Es ist Zeit, daß ihr begreift, daß der Ursprung des Menschen keine Sünde ist, sondern daß seine Geburt das Ergebnis der Erfüllung eines Naturgesetzes ist. Eines Gesetzes, das nicht nur der Mensch erfüllt, sondern alle Geschöpfe, welche die Natur bilden. Beachtet, daß ich der Mensch gesagt habe und nicht „sein Geist“. Der Mensch hat meine Vollmacht, ihm ähnliche Wesen zu schaffen; die Geister jedoch gehen nur aus mir hervor.

48. Wachsen und sich Mehren ist universelles Gesetz. Die Sterne gingen ebenso aus anderen, größeren Sternen hervor, wie der Same sich vervielfältigte, und niemals habe ich gesagt, daß sie durch diese Tatsache gesündigt oder den Schöpfer verletzt haben. Warum solltet ihr in Erfüllung dieses göttlichen Gebotes dann für Sünder gehalten werden? Begreift, daß die Erfüllung des Gesetzes den Menschen niemals beflecken kann.

49. Was den Menschen befleckt und den Geist vom Weg der Entwicklung entfernt, sind die niederen Leidenschaften: die Zügellosigkeit, das Laster, die Unzucht, denn all dies ist gegen das Gesetz.

50. Studiert und forscht, bis ihr die Wahrheit findet. Dann werdet ihr die Gebote des Schöpfers des Lebens nicht mehr Sünde nennen und werdet das Dasein eurer Kinder durch das Vorbild eurer guten Werke heiligen. (37, 18 – 23)

Über das Gedenken an jene, die desinkarniert sind

51. Die Menschen halten an ihren Traditionen und Bräuchen fest. Es ist verständlich, daß sie eine unauslöschliche Erinnerung an die Menschen haben, die sie ins Grab gesenkt haben, und sie der Ort anzieht, wo sie deren Überreste beerdigten. Doch wenn sie sich in den wirklichen Sinn des materiellen Lebens vertiefen würden, würden sie erkennen, daß jener Körper bei seiner Auflösung Atom für Atom zu jenen Naturreichen zurückkehrt, aus denen er gebildet wurde, und das Leben sich weiter entfaltet.

52. Aber der Mensch hat infolge des fehlenden Studiums des Geistigen zu allen Zeiten eine Kette von fanatischen Kulten für die Materie geschaffen. Er versucht das materielle Leben unvergänglich zu machen und vergißt den Geist, der in Wahrheit ewiges Leben besitzt. Wie weit sind sie noch davon entfernt, das geistige Leben zu verstehen!

53. Jetzt versteht ihr, daß es unnötig ist, an jene Orte Gaben zu bringen, wo ein Grabstein – welcher den Tod darstellt – eigentlich Auflösung und Leben zum Ausdruck bringen sollte. Denn dort ist die Natur in voller Blüte, dort ist Erdreich, das fruchtbarer und unerschöpflicher Schoß von Geschöpfen und Lebensformen ist.

54. Wenn diese Lehren begriffen sind, wird die Menschheit dem Materiellen seinen Stellenwert und dem Göttlichen den seinen zu geben verstehen. Dann wird der abgöttische Kult für die Vorausgegangenen verschwinden.

55. Der Mensch soll seinen Schöpfer von Geist zu Geist erkennen und lieben.

56. Die Altäre sind Trauerflore und die Grabmäler sind ein Beweis für Unwissenheit und Abgötterei. Ich vergebe alle eure Verfehlungen, aber ich muß euch wirklich wachrütteln. Meine Unterweisung wird verstanden werden- und die Zeit wird kommen, in der die Menschen die materiellen Gaben durch hohe Gedanken ersetzen werden. (245, 16 – 21)

 

Materielle Symbole

57. In der Ersten Zeit kanntet ihr die Symbole: des Tabernakels oder Heiligtums, das die Bundeslade behütete, in der die Gesetzestafeln aufbewahrt waren. Als jene Sinnbilder ihre Aufgabe erfüllt hatten, beseitigte sie mein Wille von der Erde, entzog sie den Blicken der Menschen, damit die Welt nicht in Abgötterei geriete. Aber den Sinngehalt oder die Essenz jener lehrreichen Symbole ließ ich im Geist meiner Diener geschrieben bestehen.

58. In der Zweiten Zeit, nachdem das Opfer Christi vollbracht war, ließ ich das höchste Symbol des Christentums verschwinden, das Kreuz, zusammen mit der Dornenkrone, dem Kelch und allem, was von Seiten der Menschheit zum Objekt schwärmerischer Verehrung hätte werden können. (138, 36)

59. Die Menschheit sah Jesus leiden, und seine Lehre und sein Zeugnis wird von euch geglaubt. Wozu ihn weiterhin in euren Skulpturen kreuzigen? Genügen euch die Jahrhunderte nicht, die ihr damit verbracht habt, ihn als Opfer eurer Schlechtigkeit zur Schau zu stellen?

60. Statt meiner in den Martern und im Todeskampf Jesu zu gedenken – warum gedenkt ihr nicht meiner Auferstehung voll Licht und Herrlichkeit?

61. Es gibt manche, die beim Anblick eurer Bilder, die mich in der Gestalt Jesu am Kreuz darstellen, zuweilen geglaubt haben, daß es sich um einen schwächlichen, feigen oder furchtsamen Menschen handelte, ohne daran zu denken, daß ich Geist bin und das erlitten habe, was ihr Opferung nennt und was ich Liebespflicht nenne, zum Vorbild für die ganze Menschheit.

62. Wenn ihr darüber nachdenkt, daß ich eins war mit dem Vater, so denkt daran, daß es keine Waffen, noch Gewalten, noch Foltern gab, die mich hätten beugen können. Doch wenn ich als Mensch litt, blutete und starb, so geschah es, um euch mein erhabenes Vorbild der Demut zu geben.

63. Die Menschen haben die Größe jener Lektion nicht begriffen, und überall errichteten sie das Bild des Gekreuzigten, das eine Schande für diese Menschheit darstellt, welche ihn – ohne Liebe und Achtung für jenen, den sie zu lieben behauptet – fort und fort kreuzigt und täglich verwundet, indem die Menschen das Herz ihrer Brüder verletzen, für welche der Meister sein Leben gab. (21, l5 – 19)

64. Ich würde euch nicht verurteilen, wenn ihr von der Erde selbst das letzte Kreuz verschwinden ließet, mit dem ihr euren christlichen Glauben versinnbildlicht, und als Ausgleich jenes Symbol durch die wahrhaftige Liebe untereinander ersetzen würdet. Denn dann würden euer Glaube und eure äußerliche Gottesverehrung zu einer Verehrung und einem Glauben des Geistes, was dem entspricht, was ich von euch erwarte.

65. Wenn eure Gottesdienste und eure Symbole wenigstens die Kraft hätten, um eure Kriege zu verhindern, um euch nicht ins Laster versinken zu lassen, um euch im Frieden zu erhalten. Aber seht, wie ihr über alles hinweggeht, was nach euren Worten heilig ist. Seht, wie ihr das mit Füßen tretet, was ihr für göttlich gehalten habt.

66. Ich sage euch noch einmal: Es wäre besser für euch, wenn ihr keine einzige Kirche, nicht einen Altar, kein einziges Symbol oder Bildnis auf der ganzen Erde hättet, aber mit dem Geist zu beten und euren Vater zu lieben verstündet und an ihn zu glauben vermöchtet ohne das Bedürfnis nach Stellvertretern, und daß ihr euch lieben würdet, wie ich euch in meiner Lehre unterwiesen habe. Dann wäret ihr gerettet, würdet auf dem Weg gehen, der durch meine Blutspuren gekennzeichnet ist – Spuren, mit denen ich die Wahrheit meiner Unterweisungen besiegele. (280, 69 – 70)

 

Heiligenverehrung

67. Ich gebe euch diese Belehrungen, weil ihr die Geister vieler Gerechter zu Heiligen erklärt habt, die ihr bittet und verehrt, als ob sie Götter wären. Wieviel Unwissenheit, Menschheit! Wie können die Menschen die Heiligkeit und Vollkommenheit eines Geistes beurteilen, nur aufgrund ihrer menschlichen Werke?

68. Ich bin der Erste, wenn es darum geht, euch zu sagen, daß ihr euch die guten Beispiele zum Vorbild nehmen sollt, die eure Brüder mit ihren Werken, mit ihrem Leben, mit ihrer Tugend geschrieben haben. Und ich sage euch auch, daß ihr, wenn ihr an sie denkt, ihren geistigen Beistand und ihren Einfluß erhoffen dürft. Doch weshalb errichtet ihr ihnen Altäre, die nur dazu dienen, die Demut jener Geister zu beleidigen? Warum schafft man Kulte um ihr Andenken, als ob sie die Gottheit wären, und setzt sie an die Stelle des Vaters, den man über der Verehrung der eigenen Brüder vergißt? Wie leidvoll ist für diese der Ruhm gewesen, den ihr ihnen hier habt zuteilwerden lassen!

69. Was wissen die Menschen von meinem Urteil über jene, die sie Heilige nennen? Was wissen sie über das geistige Leben jener Wesen oder über den Ort, den sich jeder beim Herrn errungen hat?

70. Niemand denke, daß ich mit diesen Offenbarungen aus euren Herzen die Verdienste löschen will, die meine Diener unter den Menschen erbracht haben. Im Gegenteil, ich will, daß ihr wißt, daß die Gnade groß ist, die sie bei mir gefunden haben, und daß ich euch durch ihre Gebete vieles gewähre. Aber es ist notwendig, daß ihr eure Unwissenheit beseitigt, aus der der religiöse Fanatismus, die Abgötterei und der Aberglauben entspringen.

71. Wenn ihr fühlt, daß der Geist jener Wesen über eurer Lebenswelt waltet, so vertraut ihnen, die Teil der geistigen Welt sind, damit ihr und sie im Weg des Herrn vereint das Werk der geistigen Brüderlichkeit vollbringt – jenes Werk, das ich als Resultat all meiner Unterweisungen erwarte. (115, 52 – 56)

 

Kirchenfeste

72. An diesem Tag, an dem die Menschenscharen mit großem Geschrei zu ihren Kirchen eilen, um den Augenblick zu feiern, in dem der Himmel sich öffnete, um mich zu empfangen, sage ich euch, daß all dies nur eine Tradition ist, um die Herzen der Menschen zu beeindrucken. Es sind nur Rituale, die heute meine göttliche Passion materialisieren.

73. Ihr sollt dieser Tendenz nicht folgen, indem ihr Altäre und Sinnbilder aufstellt. Macht keine Darstellungen heiliger Geschehnisse, und verwendet keine besonderen Gewänder, um aufzufallen, denn all dies ist abgöttischer Kult.

74. Ruft mich mit dem Herzen, ruft euch meine Unterweisung ins Gedächtnis und folgt meinen Beispielen. Bietet mir den Tribut eurer Besserung an, und ihr werdet fühlen, wie die Pforten des Himmels sich öffnen, um euch zu empfangen.

75. Meidet die falschen und profanen Darstellungen, die man von mir und meiner Passion macht, denn niemand kann mich verkörpern. Lebt mein Vorbild und meine Unterweisung. Wer also tut, wird seinen Meister auf Erden verkörpert haben. (131, 11 – 13, 16)

76. Menschheit: In diesen Tagen, in denen ihr der Geburt Jesu gedenkt, laßt ihr den Frieden in eure Herzen einziehen und erscheint ihr wie eine vereinigte und glückliche Familie.

77. Ich weiß, nicht alle Herzen fühlen eine aufrichtige Freude, wenn sie meines Kommens zur Welt in jener Zeit gedenken. Sehr wenige sind es, die sich Zeit für Besinnung und Sammlung nehmen und zulassen, daß die Freude eine innerliche ist und daß das Fest des Gedenkens sich im Geiste vollzieht.

78. Heute wie zu allen Zeiten haben die Menschen aus den Gedenktagen profane und sinnentleerte Feste gemacht, um Vergnügungen für die Sinne zu suchen, weit entfernt von dem, was die Freuden des Geistes sein sollen.

79. Wenn die Menschen diesen Tag dazu gebrauchen würden, ihn dem Geist zu widmen, indem sie über die göttliche Liebe nachdenken, deren unumstößlicher Beweis die Tatsache war, daß ich Mensch wurde, um mit euch zu leben – wahrlich, ich sage euch, euer Glaube würde im Höchsten eures Wesens erstrahlen, und er wäre der Stern, der euch den Weg weisen würde, der zu mir führt. Euer Geist wäre derart von Güte durchdrungen, daß ihr auf eurem Lebensweg die Bedürftigen mit Wohltaten, Trost und Zärtlichkeit überschütten würdet. Ihr würdet euch mehr als Geschwister fühlen, würdet euren Beleidigern von Herzen verzeihen. Ihr würdet euch von Zärtlichkeit erfüllt fühlen beim Anblick der Verstoßenen, jener Kinder ohne Eltern, ohne Obdach und ohne Liebe. Ihr würdet an die Völker ohne Frieden denken, wo der Krieg alles Gute, Edle und Heilige des menschlichen Lebens zerstört hat. Dann würde euer Gebet rein zu mir empor dringen und mir sagen: Herr, welches Recht auf Frieden haben wir, solange es so viele Geschwister von uns gibt, die furchtbar leiden?

80. Meine Antwort darauf wäre dies: Da ihr den Schmerz eurer Brüder empfandet und ihr gebetet und Mitgefühl gehabt habt, so versammelt euch in eurem Heim, setzt euch an den Tisch und freut euch in jener gesegneten Stunde, denn ich werde dort gegenwärtig sein. Habt keine Bedenken, fröhlich zu sein, obwohl ihr wißt, daß es in jenem Augenblick viele gibt, die leiden. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn eure Freude aufrichtig ist, wird von ihr ein Hauch von Frieden und von Hoffnung ausströmen, der die Notleidenden wie ein Liebeswehen berühren wird.

81. Niemand meine, daß ich aus euren Herzen das reinste Fest auslöschen will, das ihr im Jahresverlauf feiert, wenn ihr der Geburt Jesu gedenkt. Ich will euch nur lehren, der Welt das zu geben, was ihr zusteht, und dem Geist, was ihm zukommt. Denn wenn ihr so viele Feste begeht, um menschliche Ereignisse zu feiern – warum überlasst ihr dieses Fest nicht dem Geist, damit er, zum Kind geworden, herbeikommt, um mir sein Geschenk der Liebe darzubringen, damit er die Schlichtheit der Hirten erlangt, um mich anzubeten, und die Demut der Weisen, um seinen Nacken zu beugen und sein Wissen vor dem Herrn der wahren Weisheit darzubringen?

82. Ich will nicht die Freude dämpfen, die in diesen Tagen das Leben der Menschen umgibt. Es ist nicht nur die Macht einer Tradition – es liegt daran, daß meine Barmherzigkeit euch berührt, mein Licht euch erhellt, meine Liebe euch wie ein Mantel umhüllt. Dann fühlt ihr das Herz voller Hoffnung, Freude und Zärtlichkeit, erfüllt von dem Bedürfnis, etwas zu schenken, zu erleben und zu lieben. Nur laßt ihr jene Gefühle und Eingebungen nicht immer in ihrer wahren Hochherzigkeit und Lauterkeit zum Ausdruck kommen. Denn ihr vergeudet jene Freude in Vergnügungen der Welt, ohne zuzulassen, daß der Geist, um dessentwillen der Erlöser zur Welt kam, jenen Augenblick durchlebt, in jenes Licht eingeht, sich läutert und gerettet wird. Denn jene göttliche Liebe, die Mensch wurde, ist ewig gegenwärtig auf dem Lebensweg eines jeden Menschen, damit er in ihr das Leben finde. (299, 43 – 48)

 

Die Gegenwart Gottes trotz unvollkommener Kultformen

83. Da der Mensch vermaterialisiert ist, muß er mich über den sinnfälligen Kult suchen, und da die Augen seines Geistes nicht offen sind, muß er mein Abbild schaffen, um mich zu sehen. Da er sich geistig nicht empfindsam gemacht hat, verlangt er immer materielle Wunder und Beweise, um an mein Dasein zu glauben, und stellt mir Bedingungen, um mir zu dienen, mir nachzufolgen, mich zu lieben, und mir für das, was ich ihm gebe, etwas zurückzugeben. So sehe ich alle Kirchen, alle Religionsgemeinschaften, alle Sekten, die die Menschen auf der ganzen Erde geschaffen haben. Sie sind durchdrungen von Materialismus, von Fanatismus und Abgötterei, von Geheimniskrämerei, Betrug und Entweihungen.

84. Was nehme ich davon an? Nur die Absicht. Was gelangt zu mir von all dem? Die geistig oder körperliche Bedürftigkeit meiner Kinder, ihr bisschen Liebe, ihr Verlangen nach Licht. Dies ist es, was mich erreicht, und ich bin bei allen. Ich blicke nicht auf Kirchen, noch auf Formen oder Riten. Ich komme zu allen meinen Kindern gleichermaßen. Ich empfange ihren Geist im Gebet. Ich ziehe ihn an meine Brust, um ihn zu umarmen, damit er meine Wärme fühlt und diese Wärme Anreiz und Ansporn ist auf seinem Weg der Heimsuchungen und Prüfungen. Aber deshalb, weil ich die gute Absicht der Menschheit annehme, muß ich nicht zulassen, daß sie ewig im Dunkeln bleibt, eingehüllt in ihre Abgötterei und ihren Fanatismus.

85. Ich will, daß der Mensch erwacht, daß der Geist sich zu mir erhebt und in seiner Erhebung die wahre Herrlichkeit seines Vaters schauen kann und den falschen Glanz der Liturgien und Riten vergisst. Ich will, daß wenn er seinen wahren Aufstieg erreicht, er sich erneuert, sich von den menschlichen Nöten frei macht und die Sinnengebundenheit, die Leidenschaften, die Laster überwindet und sich selbst findet. Damit er niemals zum Vater sagt, daß er ein Erdenwurm ist. Damit er weiß, daß der Vater ihn zu seinem Bild und Gleichnis schuf. (360, 14 – 16)

86. Viele Religionsgemeinschaften gibt es auf Erden, und in ihrer Mehrheit sind sie auf den Glauben an Christus gegründet. Dennoch lieben sie sich untereinander nicht, noch erkennen sie sich gegenseitig als Jünger des göttlichen Meisters an.

87. Meint ihr nicht, daß wenn sie alle meine Lehre verstünden, sie dieselbe in Anwendung gebracht hätten, indem sie die Konfessionen zur Versöhnung und zum Frieden geleitet hätten? Doch dem war nicht so. Sie alle haben sich distanziert zueinander verhalten, wodurch sie die Menschen geistig trennten und entzweiten, die sich dann als Feinde oder Fremde betrachten. Jeder sucht Mittel und Argumente, um den anderen zu beweisen, daß er der Besitzer der Wahrheit ist und daß die anderen sich irren. Doch niemand hat die Kraft und den Mut, für die Vereinigung aller zu kämpfen, noch hat jemand den guten Willen, um zu entdecken, daß in jeder Glaubensüberzeugung und in jeder Gottesverehrung etwas Wahrheit enthalten ist. (326, 19 – 20)